SOS-Kinderdorf Österreich hat am Dienstag die Ausschreibung einer internationalen wissenschaftlichen Studie bekannt gegeben. Diese Untersuchung wird offiziell zum 1. November starten und zielt darauf ab, die gesamte Organisationsgeschichte der Einrichtung systematisch aufzuarbeiten. Die Organisation setzt damit auf eine wissenschaftliche Grundlage, um Licht in die vergangenen Ereignisse zu bringen.
Ein zentraler Fokus der Forschung liegt auf den Missbrauchsvorwürfen gegen den Gründer der Organisation, Hermann Gmeiner. Die Studie soll nicht nur die Vorwürfe selbst analysieren, sondern detailliert untersuchen, wie die Organisation intern mit diesen Anschuldigungen umgegangen ist. Damit steht die historische Verantwortung der Institution im Mittelpunkt der Analyse.
In einem entscheidenden Schritt unterscheidet sich dieses Vorhaben von früheren internen oder externen Untersuchungen. Die Organisation hat zugesagt, dass die Ergebnisse der Studie diesmal veröffentlicht werden. Diese Entscheidung markiert eine Abkehr von der bisherigen Praxis und zielt auf eine höhere Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit ab.
Durch die internationale Ausschreibung der Studie wird ein breites wissenschaftliches Expertisenfeld angesprochen. Ziel ist es, eine objektive Sicht auf die Rolle von Hermann Gmeiner und die Entwicklung von SOS-Kinderdorf zu erhalten. Die Veröffentlichung der Resultate soll den Prozess der institutionellen Aufarbeitung vervollständigen.


