Die steirische Landesregierung plant für das Jahr 2027 erhebliche Einsparungen im Bereich der Kinderbetreuung. Konkret sollen rund 5,7 Millionen Euro weniger in diesen Sektor fließen als bisher vorgesehen. Die Landesregierung begründet diesen Schritt damit, dass der Mittelbedarf im Vergleich zum mittelfristigen Finanzplan gesunken sei. Dies führe auf Valorisierungen der Fördersätze sowie eine Kostendämpfung bei der Personalförderung zurück.

Die NEOS kritisieren diesen Kurs scharf und bezeichnen ihn als „familienfeindlich“. Klubobmann Niko Swatek verweist auf Daten der Statistik Austria, wonach die Steiermark bei der Quote für Krippen und Kindergärten österreichweit das Schlusslicht bildet. Swatek fordert, dass Bildungslandesrat Stefan Hermann (FPÖ) alle Hebel in Bewegung setzen müsse, um den massiven Rückstand aufzuholen, anstatt bei Kindern zu sparen.

Landesrat Stefan Hermann weist die Vorwürfe als „Panikmache“ zurück und betont den laufenden Ausbau. Von 2024/25 auf 2025/26 seien insgesamt 53 neue Gruppen mit knapp 1.000 Betreuungsplätzen geschaffen worden. Für das kommende Jahr plant das Land zudem weitere 40 Krippengruppen sowie 20 Gruppen in Kindergärten. Hermann argumentiert, dass der Bedarf in bestimmten Regionen schlichtweg nicht gegeben sei.

Ein zentraler Streitpunkt ist die Gruppengröße: Die aktuelle blau-schwarze Regierung hat die geplante Verkleinerung der Kinderhöchstzahl pro Gruppe gestoppt. Laut Swatek sei dies ein Beleg dafür, dass das Land mit dem notwendigen Ausbau nicht nachkommt. Zudem wird die Vereinbarkeit von Beruf und Familie kritisiert; in Murau besuchen etwa nur 3,4 Prozent der unter Zwei-Jährigen vollzeittaugliche Einrichtungen, während in Graz der Anteil solcher Einrichtungen von 61,8 Prozent im Jahr 2024 auf 44,7 Prozent im Jahr 2025 sank.