Der Geschäftsklima-Index der Vorarlberger Industrie zeigt für das dritte Quartal 2026 ein stagnierendes Bild. Mit einem Zuwachs von lediglich 0,1 Punkten verzeichnet der Index einen deutlichen Rückgang gegenüber dem Vorquartal, in dem er noch plus 2,4 Punkte erreichte. Damit setzt sich eine seit vier Jahren anhaltende Seitwärtsbewegung fort, die laut Simon Kampl, dem Geschäftsführer der Vorarlberger Industriellenvereinigung, eine Stimmung widerspiegelt, die in den Betrieben weiter sinkt.

Die Ergebnisse der Umfrage, an der 28 Unternehmen mit insgesamt über 21.000 Beschäftigten teilnahmen, verdeutlichen den wirtschaftlichen Druck. Nur jeder sechste Betrieb bewertet seine Geschäftslage als gut, während 84 Prozent sie als schlecht oder maximal durchschnittlich bezeichnen. Besonders kritisch ist die Ertragslage, da 91 Prozent der Unternehmen ihre Margen als schlecht oder durchschnittlich einstufen. Zudem bewerten 40 Prozent der Befragten die Auslandsaufträge als schlecht.

Zukunftsaussichten bleiben pessimistisch, wenngleich die Erwartungen geringfügig weniger düster sind als im Sommer. Für die kommenden sechs Monate erwarten 91 Prozent der Betriebe keine Verbesserung ihrer Geschäftslage und 89 Prozent sehen keine Besserung der Ertragssituation. Kampl warnt vor einem steigenden Standortrisiko durch hohe Kosten und Bürokratie, was dazu führe, dass immer mehr Unternehmen Investitionen außerhalb Vorarlbergs prüfen oder über neue Produktionsstandorte nachdenken.

Die konjunkturelle Schwäche wirkt sich bereits auf den Arbeitsmarkt aus. Zwar planen 85 Prozent der Unternehmen, ihre Bezahlte Belegschaft zu halten, doch rechnen 15 Prozent mit einem Personalabbau in den nächsten drei Monaten; Neueinstellungen sind kein einziges Unternehmen zu erwarten. Ende Oktober waren beim AMS Vorarlberg 12.009 Personen arbeitslos, was einem Anstieg von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht und damit dreimal so hoch ist wie der Österreich-Schnitt von 1,3 Prozent.

Neben der Weltwirtschaft belasten spezifische regulatorische Hürden und Kosten die Stimmung. Die neue EU-Verpackungsverordnung wird von den Betrieben als "unfertiges und planloses Bürokratiemonster" kritisiert. Zusammen mit Zöllen und steigenden Kosten führt dies dazu, dass Wachstum aus Sicht der Industrie primär in Märkten außerhalb Europas möglich erscheint, während die Arbeitslosenquote in Vorarlberg auf 6,6 Prozent gestiegen ist und offene Stellen um 8,7 Prozent zurückgingen.