Die Stadt Graz beendet zum Jahresende ein Pilotprojekt, bei dem pflegende Angehörige direkt bei der Kommune angestellt waren. Ziel des Vorzeigeprojekts war es, Personen die Vollzeitpflege ihrer Angehörigen durch eine feste Anstellung zu ermöglichen. Während ursprünglich bis zu 15 Personen in diesem Modell beschäftigt waren, verlieren nun konkret 11 pflegende Angehörige ihren Job, da die Stadt die Kosten nicht mehr tragen kann.
Die Entscheidung erfolgt vor dem Hintergrund gescheiterter Verhandlungen mit der Landesregierung über eine Finanzierung. Die SPÖ kritisiert diesen Schritt scharf und fordert die sofortige Rücknahme der Einstellung sowie die Sicherung der Finanzierung bis 2027. Gemeinderat Patrick Trabi betonte, dass die Stadt ihrer Verantwortung gegenüber jenen nachkommen müsse, die einen unverzichtbaren Beitrag leisten.
Besondere Kritik richtet sich gegen die KPÖ, die mit Robert Krotzer den zuständigen Stadtrat stellt. Landtagsklubobmann Hannes Schwarz bezeichnete das Vorgehen als widersprüchlich, da die KPÖ im Landtag regelmäßig bessere Pflegebedingungen fordere, nun aber ausgerechnet bei diesem Projekt den Sparstift ansetze. Die politische Verantwortung wird hierbei direkt mit der Exekutive der Stadt verknüpft.
Zusätzlich kritisierte Schwarz die FPÖ auf Landesebene für ihre Untätigkeit trotz großer Versprechen im Wahlkampf. Die Landesregierung habe es nie geschafft, das Grazer Modell mitzufinanzieren oder eine steiermarkweite Ausrollung zu realisieren. Damit bleibt das Ende des Projekts eine Folge aus fehlenden Landesmitteln und kommunalen Sparzwängen.



