Von Sensorverkauf zu Smart-Glass-Offensive: ams-Osram ordnet Portfolio neu
Der Halbleiter- und Lichtkonzern ams-Osram stellt sein Geschäftsportfolio neu auf und setzt dabei verstärkt auf Wachstumsmärkte wie Komponenten für Augmented-Reality-Brillen und intelligente...
Babler nutzt Maiaufmarsch für Abrechnung mit „Österreich-Trump“
Beim traditionellen Maiaufmarsch der SPÖ in Wien hat Bundesparteivorsitzender und Vizekanzler Andreas Babler die Bühne für eine klare Profilierung seiner Partei genutzt. Vor Tausenden...
Roter Ring, blaue Forderungen: Maikundgebung der SPÖ Wien im Zeichen sozialer Anliegen
In Wien haben am Freitag die traditionellen Maifeierlichkeiten der SPÖ begonnen. Seit den frühen Morgenstunden zogen Delegationen aus den Bezirken durch die Innenstadt in Richtung Rathausplatz,...
ASTA Energy Solutions AG definiert Prüfer- und Vergütungsagenda für 2026
Die ASTA Energy Solutions AG hat ihre Aktionärinnen und Aktionäre zur dritten ordentlichen Hauptversammlung eingeladen. Das Treffen soll am Montag, 1. Juni 2026, um 14:00 Uhr MESZ im Hotel...
Diplomatische Spannungen: Russland kündigt Reaktion auf Ausweisungen in Österreich an
Österreich hat wegen mutmaßlicher Abhör-Spionage drei Mitarbeiter der russischen Botschaft in Wien ausgewiesen und damit seinen Kurs gegenüber ausländischen Geheimdiensten deutlich verschärft....

Prantner stützt sich auf Kunaseks Vertrauen – SPÖ verschärft den Ton

30.04.2026


Der steirische ORF-Stiftungsrat Thomas Prantner denkt trotz wachsender Kritik und eines Misstrauensvotums des ORF-Redaktionsrats nicht an einen Rückzug aus dem Gremium. Nach einem Gespräch mit dem steirischen Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ) betonte Prantner gegenüber der „Kronen Zeitung“, er genieße weiterhin dessen Vertrauen: „Der Landeshauptmann hat mich niemals zum Rücktritt aufgefordert. Solange ich sein Vertrauen habe, werde ich die Funktion weiterhin gerne ausüben.“ Laut „Kleiner Zeitung“ verweist Kunasek auf Prantners bisherige Leistungsbilanz im Stiftungsrat, die aus seiner Sicht für dessen Verbleib spreche.

In den vergangenen Wochen war Prantner zunehmend unter Druck geraten. Der ORF-Redaktionsrat hatte dem vom Land Steiermark entsandten Medienmanager das Misstrauen ausgesprochen. Zusätzlich veröffentlichte der „Standard“ Auszüge aus internen Dokumenten wie E-Mails, Notizen und Memos aus Prantners Zeit im ORF, die Ränkespiele und politischen Einfluss im Unternehmen nahelegen sollen. Berichtet wurde unter anderem von zahlreichen Interventionen politischer Akteure und dokumentierten Einflussnahmen auf den öffentlich-rechtlichen Sender.

Parallel dazu sorgten anzügliche Chatnachrichten Prantners für weitere Belastung. Kunasek bezeichnete die bekannt gewordenen Inhalte laut „Kleiner Zeitung“ als „sehr belastend, für ihn und den ORF“. Von einer China-Reise aus hatte der Landeshauptmann vor dem Wochenende ein persönliches Gespräch mit dem Stiftungsrat angekündigt. Rechtlich kann er Prantner nach dem ORF-Gesetz jedoch nicht abberufen, die Entscheidung über einen möglichen Rücktritt liege bei diesem selbst, stellte Kunasek klar. Beobachter werteten die Terminankündigung im Vorfeld als Signal, dass sich der Landeshauptmann Konsequenzen auf freiwilliger Basis erwartete.

Politisch hat die Causa mittlerweile die steirische Landespolitik erreicht. Am Dienstag steht der Fall im Landtag erneut auf der Tagesordnung. SPÖ-Landesparteichef Max Lercher will mit einer Dringlichen Anfrage unter dem Titel „Versteckspiel beenden – Stiftungsrat abberufen!“ den Druck auf Kunasek erhöhen. Zwar verweist der Landeshauptmann auf seine fehlende Abberufungskompetenz, doch könnte ein Festhalten Prantners auch für den von ihm entsandten FPÖ-Politiker selbst zum Problem werden. Die Affäre reiht sich in eine Phase erhöhter Sensibilität rund um den ORF ein, nachdem zuletzt bereits der Abgang von ORF-General Roland Weißmann für Turbulenzen gesorgt hatte und interne Vorgänge im Unternehmen intensiver denn je unter öffentlicher Beobachtung stehen.