Claudia Gamon wurde am Samstagvormittag bei einer Mitgliederversammlung in Lauterach in ihrer Funktion als Landessprecherin der NEOS Vorarlberg bestätigt. Die 37-Jährige erhielt bei der Wahl die Zustimmung von 92,68 Prozent der abgegebenen Stimmen, wobei insgesamt 41 Mitglieder teilnahmen. Gamon, die bereits im Februar 2023 auf Sabine Scheffknecht gefolgt war, rechtfertigte ihre erneute Kandidatur mit der Überzeugung, die beste Besetzung für diese Position zu sein.

Unmittelbar nach ihrer Wahl richtete Gamon ihren Blick auf die Landtagswahl im Herbst 2029 und startete einen Frontalangriff auf die schwarz-blaue Landesregierung. Sie kritisierte Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) scharf und warf ihm vor, seine satte Mehrheit nicht effektiv zu nutzen. Das Land sei politisch „kopflos“ und ohne Führung, was Gamon als zentrales Problem für Vorarlberg bezeichnete, wobei sie auch die gescheiterte „Marke Vorarlberg“ bemängelte.

Besonders die wirtschaftliche und administrative Lage des Landes stand im Fokus der Kritik. Gamon bezeichnete Vorarlberg mit einem prognostizierten Schuldenstand von über einer Milliarde Euro als „pleite wie noch nie“ und verwies auf steigende Insolvenzen bei ausbleibenden Strukturreformen. Während sie der FPÖ vorwarf, lediglich darauf zu warten, Wallner „auszusitzen“, positionierte sie die NEOS als Partei, die unbequeme Fragen stellt und für notwendige Veränderungen eintritt.

Konkrete Reformvorschläge der NEOS umfassen eine Spitalsreform mit nur zwei statt sieben Standorten sowie eine Reduzierung der vier Bezirkshauptmannschaften. Zudem plädiert Gamon für Gemeindefusionen, da es zu viele Gemeinden mit weniger als 1.000 Einwohnern gebe. Als Beispiel für mögliche neue Strukturen verwies sie auf die „Sozialhilfe neu“ aus der Regierungsbeteiligung auf Bundesebene. Neben Gamon wurden Johannes Gasser, Christoph Gruber, Katharina Fuchs, Fabienne Lackner, Ricardo Griesser und Christof Hotz in den Landesvorstand gewählt.