Österreich weist im europäischen Vergleich einen langsamen Fortschritt beim Ausbau der Glasfaserinfrastruktur auf. Während Länder wie Spanien, die Niederlande und Rumänien eine Abdeckung von über 90 Prozent erreichen, lag die Verfügbarkeit in Österreich Ende 2025 bei 46 Prozent. Laut der Open Fiber Austria (OFAA) entspricht dies einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr, als die Quote noch bei 40 Prozent lag.

Aktuell steht ein Glasfaseranschluss für rund 2,2 Millionen Haushalte und Unternehmen zur Verfügung, was einem Zuwachs von 300.000 Anschlüssen innerhalb eines Jahres entspricht. Die tatsächliche Nutzung bleibt jedoch gering: Nur 453.000 Anschlüsse sind aktiv. Zwar stieg die Zahl der aktiven Nutzer um 80.000 bzw. 21 Prozent, doch die durchschnittliche Take-up-Rate liegt insgesamt bei knapp 21 Prozent.

Die Studie offenbart ein deutliches Gefälle zwischen Stadt und Land. Während im ländlichen Raum 34,9 Prozent der Anschlüsse genutzt werden, liegt die Rate in kleineren Städten bei 21,3 Prozent und in Städten bei lediglich 12,7 Prozent. Studienautor Jens Böcker betont, dass auf dem Land mehr als jeder dritte Anschluss aktiv ist, während es in den Städten nur etwa jeder achte ist. Präsident Martin Wachutka führt die höhere Akzeptanz in ländlichen Gebieten auf den Mangel an Alternativen zurück.

Ein kritischer Punkt bleibt die wirtschaftliche Zugänglichkeit offener Netze, die derzeit 27 Prozent der aktiven FTTH-Anschlüsse bereitstellen. Bis 2030 soll dieser Anteil auf 42 Prozent steigen, doch 80 Prozent der zahlenden Unternehmen bewerten ihre Verhandlungsposition gegenüber Netzbetreibern als gering. Herbert Flatscher, Vorsitzender des OFAA-Beirats, erklärt, dass ein Netz erst dann wirklich offen sei, wenn Internetanbieter darauf wirtschaftlich arbeiten können.

Die staatliche Förderung bis Mitte 2026 in Höhe von rund 2,2 Milliarden Euro war bisher ein wesentlicher Treiber. Drei Viertel dieser Summe flossen in die Steiermark, Niederösterreich und Oberösterreich, wodurch 319.600 Anschlüsse gefördert wurden. Martin Wachutka hebt hervor, dass auf jeden geförderten Anschluss fast vier eigenwirtschaftliche Anschlüsse entfallen, was insgesamt 1,18 Millionen weitere Verbindungen ermöglichte. Ohne weiteren Anstoß befürchtet die OFAA ein Stocken des privaten Folgeausbaus.