Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) setzen ihre Strategie zur Zentralisierung der Fahrdienstleitung fort. Mitte November wird die Fahrdienstleitung am Grazer Bahnhof geschlossen, wodurch 34 Stellen nach Villach verlagert werden. Damit verschwindet ein traditionelles Berufsbild an diesem Standort, da die Steuerung der Züge künftig ausschließlich zentral erfolgt.
Dieser Schritt basiert auf einem Beschluss aus dem Anfang der 2000er Jahre, die Steuerung in fünf großen Zentren in Wien, Linz, Salzburg, Innsbruck und Villach zu bündeln. Diese Zentralen koordinieren den Verkehr, steuern den Verschub und beheben Störungen. Trotz der Aufwertung des Grazer Bahnhofs durch die Koralmbahn bleibt die Steiermark als eigener Standort auf dieser Landkarte nicht vertreten.
Die ÖBB betonen, dass die Einbindung steirischer Betriebsstellen in die Zentrale Villach bereits seit 2015 schrittweise erfolgt. Bereits 29 Bahnhöfe und Haltestellen, darunter Leoben, Bruck an der Mur sowie der Flughafen Graz-Feldkirchen, werden von dort aus gesteuert. Die vollständige Integration von Graz ist planmäßig für Mitte November 2026 vorgesehen, begründet durch höhere Auslastung sowie Anforderungen an Pünktlichkeit und Verfügbarkeit.
Kritik kommt von der Grazer KPÖ, die vor einem Verlust von Know-how durch die Totalzentralisierung warnt. Die Gewerkschaft Vida hingegen stuft die Situation als bekannt ein. Laut Hansjörg Miethling können einige Stellen durch Pensionierungen kompensiert werden, während für die restlichen Fahrdienstleiter Ersatzarbeitsplätze bereitstehen, sodass keine Kündigungen erwartet werden.



