Neuseeland steht nach der Parlamentswahl am Samstag vor einer komplexen Regierungsbildung. Die konservative National Party unter Christopher Luxon und die sozialdemokratische Labour-Partei des Herausforderers Chris Hipkins lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Nach der Auszählung von mehr als 95 Prozent der Stimmen liegen beide großen Parteien des Pazifikstaates mit jeweils rund 29 Prozent nahezu gleichauf.

Da für eine stabile Regierungsmehrheit mindestens 61 Mandate im Parlament erforderlich sind, ist die aktuelle Situation besonders angespannt. Die nahezu identischen Ergebnisse der beiden Hauptakteure bedeuten, dass kleinere Parteien nun eine entscheidende Rolle bei der Mehrheitsfindung spielen dürften. Dies führt zu einer politischen Hängepartie, während auf die endgültigen Ergebnisse gewartet wird.

Im Zentrum des Wahlkampfs standen vor allem die wirtschaftlichen Sorgen der neuseeländischen Bevölkerung. Rund 3,8 Millionen Wahlberechtigte gaben ihre Stimmen ab, um über die zukünftige Ausrichtung des Landes zu entscheiden. Die wirtschaftliche Lage prägte die Debatten zwischen Luxon und Hipkins maßgeblich und beeinflusste das Verhalten der Wähler an den Urnen.

Das endgültige Ergebnis wird voraussichtlich Ende des Monats verkündet, sobald auch die Stimmen der im Ausland lebenden Neuseeländerinnen und Neuseeländer eingetroffen sind. Bis dahin bleibt unklar, welche Koalitionen gebildet werden können, um die notwendige Mandatszahl zu erreichen. Die Wahlbehörden hatten die lokalen Wahllokale um 7 Uhr Schweizer Zeit geschlossen.