Die österreichische Regulierungsbehörde E-Control hat die neuen Tarife für die Stromnetze für das Jahr 2027 festgelegt. In sechs der neun Bundesländer werden die Netzgebühren sinken, wobei der landesweite Durchschnitt ein Minus von 3,6 Prozent aufweist. Für einen durchschnittlichen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 kWh bedeutet dies eine geschätzte Ersparnis von etwa 15 Euro.

Die Auswirkungen variieren jedoch stark nach Regionen. Den deutlichsten Rückgang verzeichnet Niederösterreich mit einem Minus von 12 Prozent, gefolgt von Vorarlberg mit minus 8,5 Prozent und Wien mit minus 4,8 Prozent. Auch in der Steiermark (minus 4,4 Prozent), Salzburg (minus 0,4 Prozent) und im Burgenland (minus 0,2 Prozent) sinken die Kosten für die Endverbraucher.

Im Gegensatz dazu steigen die Kosten in drei Bundesländern an. Besonders deutlich ist dies in Kärnten, wo die Netzentgelte um 9,6 Prozent auf 13,60 Cent pro kWh klettern, den höchsten Wert im Vergleich. Geringere Steigerungen sind in Oberösterreich mit einem Plus von zwei Prozent sowie in Tirol mit einem Plus von einem Prozent zu beobachten.

Diese aktuellen Zahlen basieren noch auf dem herkömmlichen System der Netzkostenberechnung. Bis Mitte 2028 müssen die Netzbetreiber ihr Tarifsystem anpassen, um künftig nicht mehr nur die verbrauchte Strommenge, sondern auch die bezogene Leistung und Leistungsspitzen zu berücksichtigen. Diese Umstellung soll Haushalten ermöglichen, ihre Kosten durch flexibleres Nutzungsverhalten, etwa beim Laden von E-Autos oder der Nutzung von Wärmepumpen, aktiv zu beeinflussen.