Die Energie Steiermark hat eine österreichweite Premiere in Gabersdorf realisiert, indem eine Erdgasleitung zu 100 Prozent auf Wasserstoff umgestellt wurde. Das Projekt wurde gemäß dem Gaswirtschaftsgesetz genehmigt und nahm am vergangenen Freitag den Vollbetrieb auf. Parallel dazu wird der Industriebetrieb Purea versorgt, der derzeit eine Zehn-Prozent-Beimischung von Wasserstoff in seinen Erdgas-Anlagen nutzt, wobei die technischen Vorbereitungen für eine Erhöhung auf 20 Prozent bereits abgeschlossen sind.

Im Zentrum dieser Entwicklung steht das Forschungsprojekt HyGrid2, das mit einem Budget von 2,3 Millionen Euro dotiert ist. Ziel ist es, unter realen Bedingungen zu prüfen, wie sich bestehende Materialien eignen und wie die Qualität des Wasserstoffs in gebrauchten Leitungen gesichert werden kann. Dies ist insbesondere deshalb relevant, da langfristig ein Teil der bestehenden Gasinfrastruktur in Österreich nicht mehr benötigt wird und somit eine Umnutzung sinnvoll ist.

Die Ambitionen für die Region sind umfassend, da in der Steiermark ein Wasserstoffnetz von mehr als 200 Kilometern Länge entstehen soll. Aktuell errichten die Energienetze Steiermark eine Leitung zwischen Bruck und St. Michael/Traboch, um vor allem energieintensive Industriebetriebe effizient mit Wasserstoff zu versorgen. Diese strategische Erweiterung soll die industrielle Transformation der Region unterstützen.

Zusätzlich weisen die Vorstände Werner Ressi und Martin Graf auf die größte Elektrolyse-Anlage der Steiermark in Bergle hin, die in Kooperation mit dem Sandvik-Konzern für 25 Millionen Euro entsteht. Die langfristige Zielsetzung sieht vor, bis zum Jahr 2030 eine gesamte Elektrolyseleistung von 20 Megawatt in der Steiermark aufzubauen. Damit unterstreicht das Bundesland seine Rolle beim Ausbau der wasserstoffbasierten Energieversorgung.